Geschichte
Geschichte
Das Gebäude hat eine Länge von 40 Metern und eine Tiefe von 14 resp. 19 Metern.
Seine Längsachse ist von Süden nach Norden gerichtet und haben die Klassen teils Morgenlicht, Nachmittagslicht. Die Hauptfront des Gebäudes ist der Bornklagengasse zugewendet. Das Gebäude enthält im Souterrain Wohnung für den Kastellan, die Zentralheizung fürs ganze Gebäude und diverse Kellerräume.
In den darüber liegenden 3 Etagen befinden sich 18 Klassen von je 60m² Bodenfläche, 1 Konferenzzimmer, 1 Zimmer für Biologie und 1 für das physikalische Kabinett.
Für die Bauausführung wurde der seiner Zeit bei der Wettbewerbung preisgekrönte Entwurf des Architekten Wendorff in Leipzig gewählt und die Bauleitung den Architekten Gans aus Berlin übertragen.
Die Zentralheizung ist eine Niederdruck-Dampfheizung von Bechem Post in Hagen. Die Ventilation der Klassen geschieht durch geräumige Ventilationsschächte.
Die vorhandenen 18 Klassen sind verteilt:
Mädchen- Bürgerschule: 6 Klassen
Mädchen- Volkschule: 11 Klassen und 1 Klasse für weibliche Handarbeiten.
In diese Räume sind eingezogen 320 Kinder der Mädchen- Bürgerschule und 724 Kinder der Mädchen-Volksschule.
Als Wiebeck, damals Kämmerer der Stadt Tilsit, in verhältnismäßig jungen Jahren am 12. März 1886 sein Amt als 1. Bürgermeister übernahm, warteten seiner zahlreiche, bedeutende Aufgaben. Sein erstes Werk war die Errich- tung der Brauhofschule 1890-1892. Es folgte die Anlage des neuen Friedhofes mit Kapelle, die Erbauung des Dia- konatsgebäudes in den Anlagen, die Gebäude für die Anna Hahn’ sche Stiftung, des Schlachthofes.
1894 verlor Langensalza seine langjährige Ulanen-Garnison, nur 5 Jahre später hatte sein Bemühen für eine ande- re Garnison Erfolg, als die 2 ersten Schwadronen des damals neu aufgestellten Jägerregiments zu Pferde Nr. 2 in Langensalza einzogen, dem 1905 nach erfolgtem Grundstückserwerb für die neue Kaserne und deren weiträumige Fertigstellung das volle Regiment folgte. Der große Exerzierplatz am „Böhmen“ wurde abgelegt, der Schießstand wurde gebaut, ihm folgten das Proviantamt, das Offiziers - Kasino am Teich und schließlich das Lazarett. Welche Sorge hatten die Vertragsabschlüsse mit dem Militärfiskus bereitet, die Beschaffung der Millionenkredite, deren die Stadt bedurfte. Es soll auch die Fürsorge unvergessen sein, mit der der Bürgermeister auf das Wohl der Stadt bedacht war, wusste er doch bei jedem neuen Vertragsabschluß immer die Verlängerung der 30-jährigen Vertrags- dauer voranzustellen in der Voraussicht, der Stadt nach der Tilgung der Amortisationsdarlehen eine beständige Ein- nahmequelle aus den Mietserträgen der Garnisonanstalten sicherzustellen, abgesehen von dem sonstigen Nutzen, den die Garnison für das Geschäftsleben im Gefolge hatte.
Freilich legte die Erlangung der Garnison der Stadt auch große Opfer auf, indem die Forderung der Herstellung ei- ner Wasserleitung und Kanalisation erhoben wurde, heute und schon damals ein Segen für die gesamte Einwohner- schaft. Ehe aber die Vorteile der neuen Anlagen erkannt wurden, welche Anfeindungen und Schwierigkeiten bei der Ausführung der Rohrverlegung in den felsigen Untergrund, auf dem die Stadt gebaut ist, waren zu überwinden. Die durch die Aushebung der Rohrgräben bedingte Umwälzung in den Straßen, hatte wiederum die planmäßige und völli- ge Erneuerung des Straßenpflasters zur Folge. Und schließlich waren alle Bürger stolz auf ihr vortreffliches Pflaster und die zementierten breiten Bürgersteige, eine Zierde der Stadt.
Mittlerweile war der Stadt die reiche Stiftung des Ehrenbürgers Friedrich Hahn zugefallen, wobei Wiebeck das Ver- trauen des hochherzigen Stifters zu rechtfertigen wußte, daß seine Stiftung ohne einengende Bestimmung über- lassen wurde. Als erste Wohltat hieraus erstand das mustergültige Freischwimmbad an der Böhmenstraße.
1912 erfolgte der Bau des Mittelschulgebäudes, der Bau der Kleinbahn nach Kirchheilingen, die Errichtung des Fami- lien-Alumnats in der Moltkestraße. Für die Schaffung von Spiel- und Sportplätzen folgte der Grunderwerb hinter dem Schützenhause und der Geländetausch mit der Schützengilde.
Neben all diesen umfassenden Aufgaben nahm er sich noch die Zeit als Mitglied des Provinzialausschusses der Pro- vinz Sachsen, der Bezirks – und Kreisausschusses tätig zu sein. 1912 erhielt er die 4. Stufe des Roten Adlerordens.
Bei all seiner Tätigkeit fand er den Rückhalt und die Unterstützung seiner verständnisvollen Ehefrau.
Bei der Revolution 1918 wurde er zur unfreiwilligen Abdankung gezwungen, die Entscheidung der Regierung rief ihn aber auf seinen Posten zurück. Die ihm widerfahrene unverdiente Kränkung hat er wohl nie überwinden können, am 1. Juli 1919 trat er zurück .
1925 wurde ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen. Unter Bürgermeister Erich Kraushaar konnte der Verschönerungs- verein das bereits erwähnte Denkmal in die Obhut der Stadt übergeben. Wegen seiner Verdienste um die Schaffung eines Waldgürtels um die Kreisstadt erhielt die von ihm vom neuen Friedhof zum Böhmen geschaffene Allee den Namen „Wiebeck – Allee".
Oskar Wiebeck starb am 17. Feburuar 1932 in Friedrichsroda, im Thüringer Wald.
(Aufgezeichnet vom Heimatkreisbetreuer nach Unterlagen, die uns von der Tochter Margarete Wiebeck überlassen wurden)
(Quelle: Stadtarchiv von Bad Langensalza, F 543, S. 10/11)
Nun steht in Erz und Stein gegründet dein Nam’ und Bildnis vor uns hier; daß es der Nachwelt stets verkündet, was wir verdanken, Bürgermeister Wiebeck, dir!
Als du vor 49 Jahren in Langensalza zogest ein, war’s übel durch die Stadt zu fahren, hier auf so schlechter Straße buckligem Gestein.
Jetzt ist das Pflaster gut imstande, ein Schmuck für unsere Heimatstadt, so daß im weiten deutschen Lande das Straßenbild nur selten seinesgleichen hat.
Elektrisch Licht und Wasserleitung, des Jägerregimentes Pracht, des Wilden Grabens Überwölbung: das hat dein Weitblick segensreich für uns geschafft.
Und was den Bürger jetzt erfreut: der Rundgang um die Stadt herum, die Schulen, die du neu gebauet, das alles kündet unvergänglich deinen Ruhm.
Wir achten es als ein Vermächtnis, was du für Langensalz’ getan; wir halten hoch stets dein Gedächtnis in deutscher Bürgertreu’ und Dankbarkeit fortan.
(Quelle: Archivbücherei der Stadt Bad Langensalza Nr. D 222/24, aus der Tageszeitung vom 11.06.1935)